Mittwoch, 21. März 2012

agent 0014 ...

... tauchen sie sofort unter!

... oder so.

und so langsam auch mal wieder auf. die letzten paar tage hab ich den blog ja etwas schleifen lassen ... das hatte mehrere gründe. etweder ich hatte lust und zeit aber keinen strom oder kein internet, oder ich hatte lust und keine zeit oder aber zeit und irgendwo in der umgebung auch internet aber keine lust mehr mich irgendwie aus dem zimmer zu bewegen ... wie dem auch sei, jetzt lieg ich hier im klimatisierten zimmer MIT internet in Sanur in unserer herrberge für die letzten paar tage die uns auf der Insel bleiben, die zumindest mir mittlerweile doch ein wenig ans herz gewachsen ist. nachher ist hier große party ... indonesisches silvester, ob ich da heut abend noch zeit zum schreiben hab weiss ich nicht ... den tag danach, Nyepi oder "Tag der Stille" geht hier garnix, man darf nicht aus dem hotel und alles hat zu und da werde ich einiges nachholen können. mach jetzt aber schon mal den anfang:

fast schon standard-ausblick von der veranda unseres etablissements während der der zeit in amed

ach a pro pos untertauchen ... bevor ich es vergesse, ich habe ja noch eine kleine sache nachzuholen ... denn ganz so ereignislos war die zeit in amed ja dann noch nicht. immerhin habe ich dort meinen ersten tauchgang auf Bali gemacht ... und der war alles andere als langweilig. ausgeguckt für den tauchgang am wrack der U.S.A.T Liberty hatte ich mir eigentlich die tauchbasis Ocean sun, da die im Internet eigentlich fast ausnahmslos gut weg kamen ... die saßen allerdings direkt im 20 km entfernten tulamben und da das mangels internet und strom mit der kommunikation in amed etwas schwierig war hab ichmichhalt vor ort umgeschaut. die tauchbasis Eco-Dive war die ortsansässig älteste tauchbasis und hatte einen guten ruf und lag unweit von unserem hotel ... entscheidung schnell gefallen also, da der preis auch noch OK war.

ganz versteckt inmitten ganz viel grün am straßenrand von jemeluk

fein säuberlich aufgehängt und sortiert in kleinen rustikalen hütten, das equipment von eco-dive

und chrissi entschied sich dazu auch mit zu kommen, da auch von einem instructor geführte tauchgänge für so komische leute wie nicht-taucher angeboten wurden. kamera ist auch ausleihbar? gut! also alle klar gemacht, nächten morgen 8:30 einsammeln am hotel und dann kanns abgehn ... hoffentlich läuft der TG besser als der jämmerliche eigenversuch zuvordirekt am hotelstrand schnorcheln zu gehn ... was eher ein zaghaftes hineinwaten ins wasser gefolgt von einem unkontrollierten herumgefalle in der stürmischen brandung war das den lieben herrn erz sehr zu belustigen schien und auch kurz drauf abgebrochen wurde.
8:20 war dann auch der fahrer da und wir mussten uns etwas sputen das frühstück zu verdrücken. alles dabei? ok, ab zur tauchbasis .... dort gabs dann kostümprobe bekanntmachung mit dem staff und den mittauchern und kurzes einzel-briefing mit brevet-checkn (einstieg vom strand aus, das kennt man ja schon vom see ... hihi ... denkste) ... alles an bord und auf nach tulamben richtung wrack ... wetter schaut noch nicht so fein aus aber mal sehn wies am spot selber ist ... mist UW kamera vergessen ... naja egal ... erst mal ans tauchen im meer gewöhnen wird wohl eh besser sein. vor ort angekommen gings dann gleich zum begutachten der bedingungen ... die erst mal nicht so rosig aussahen ... strand aus kieselsteinen die teilweise so groß waren wie mangos ansich ist ja kein problem .... aber brandung, die diese wackermänner hin und her schiebt wie ein luftzug die wollmäuse unters bett treibt dann schon eher ... der himmel recht grau und die ganze nacht zuvor hatte es schon gestürmt und geregnet uuuuund schon mussten wir uns unterstellen weils das schon gerade wieder tat ... in strömen ... tauchen oder nicht war dann die frage. die entscheidung war dann erst mal abwarten was die jungs zu berichten haben die schon im wasser sind ... ein paar minuten und etliche liter wasser von oben später wurden dann auch ein paar neoprenträger wieder an land gespült ... sicht die ersten 15 m bescheiden bis nicht vorhanden war die aussage ... drunter gut 10 m ... mag super klingen für den der bislang im see tauchen war und froh über 10 m sicht ist (erst recht nachdem schon die erste horde franzosen den untergrund umgepflügt hat) aber wenn man bedenkt, dass man hier sonst mitunter sichtweiten von 20m ++ hat und einen teil des wracks sogar beschnorcheln kann, ist das doch recht mau ... aber einen versuch wert wie wir dann beschlossen wo wir doch schonmal da waren. Also von den trägern die ausrüstung an den strand bringen lassen (was ein service) und aufgerödelt. Einstieg ging dann noch absolut schmerzfrei ... ein wenig in den wogen schaukeln bis die flossen angezogen und alles fertig zum 5-punkte abstieg war ;) und dann ab unters wasser ... und .... man hat wirklich kaum eine armlänge weit gesehen ... nach ein paar metern kam dann plötzlich der anker aus dem nichts hervor und kurze zeit später wurde dann auch die sicht besser. Mehr als die prophezeiten 10m war zwar wirklich nicht drin, aber das ist man ja aus dem see schon gewöhnt und mehr zu sehen als im baggersee gabs hier allemal die sicht machte es dann auch ein bischen weniger schmerzlich, dass ich keine kamera dabei hatte auch wenn es fische und korallen in hülle und fülle gab und das in allen formen, farben und größen immer weiter gings am wrack entlang bis auf 26 m richtung heck wo mein guide dann ein paar runden über deck drehte und wohl ... wie ich mir nachher zusammenreimen konnte ... nach heinrich dem riesigen baracuda ausschau hielt der sich hier öfters rum treibt. hier untenwars eigentlich ganz ruhig und vom wellengang auch überhaupt nix zu merken. auf dem rückweg ist mir dann auch chrissi irgendwann über den weg getaucht im schlepptau von seinem guide und schien das ganze schon recht solide zu meistern. viele viele fische und eindrücke später war dann auch die flasche leer genuckelt und es hieß aufstieg (natürlich mit safety stop) und letztendlich wieder köpfchen übers wasser ... regen ... bärks ... kam doch grad erst aus dem wasser ... naja ... die wellen hatten auch noch mal ein ordentliches stück zugelegt ... der ausstieg kann ja mal heiter werden. der guide meinte ich soll erst mal da warten und er schwimmt vor ... der fahrer und der materialwart von eco-dive standen schon am ufer bereit um die taucher dann raus zu ziehen ... gut schaun wir uns doch einfach mal an wie der das macht richtung ufer paddeln, flossen aus, richtigen moment abwarten gut is ... sieht ja einfach aus ... denkste! jetzt war ich an der reihe richtung ufer paddeln ... flossen aus ... auf handzeichen vom guide warten uuuuund ... ne die doch noch nich ... die nächste .. oder? ne, eine noch und jetzt ... ok ... boden unter den füßen, fast schon geschafft ... "schneller! schneller!" sollen wohl die wilden gesten vom guide und vom fahrer bedeuten, na ihr seid witzig ... ach du kacke ist das auf einmal wieder alles so sack schwer und .... *wuuusch*, welle in den rücken und der aufgerödelte daniel wird über den halben strand gewirbelt weil auch direkt schon die nächste hinterher kommt ... uiuiui ... der fahrer kommt angerannt und zerrt an mir rum bis ich wieder auf den beinen steh, dann ist alles in ordnung. montur aus und erst mal durchatmen ... und dann den anderen tauchern zusehn, denen es nicht besser geht ... mittlerweile rollen wellen von gut und gerne 1,5 m höhe über den strand und ein teil der taucher kommt in einem ölfleck an die oberfläche den der alte frachter nach so vielen jahren noch bei diesem seegang wieder ausgespuckt hat. als dann chrissi kurz nach mir auch wieder sicher an land war gings erst mal unter die dusche das ganze salzwasser (und öl) abspülen und dann wieder zurück richtung amed ... zweiter tauchgang ist bei den bedingungen nicht drin ... auf der rückfahrt mussten wir dann noch das fahrzeug wechseln, denn ein vom sturm umgewehter baum lag quer über die einzige verbindungsstraße zwichen amed und tulamben und bis hier jemand mit ner kettensäge aufgetrieben ist der das ding fachmännisch tranchieren kann dauerts halt ein wenig ... also aussteigen drum herum laufen und auf der anderen seite auf das neu georderte vehikel von der tauchbasis warten. die allseits beliebten roller wurden derweilen mit vereinten kräften durch die reisfelder um den baum herum getragen, fußgänger liefen ebenfalls drum rum oder kletterten drüber, nur wer mit dem auto unterwegs war musste entweder wieder umkehren oder sich auf eine längere wartezeit einstellen ... wie die nette französiyche tauchlehrerin so passend kommentierte: "that's Bali"
weil's ... zurück in der basis ... mal wieder keinen strom gab und wir mit kreditkarte zahlen wollten/mussten hieß es dann "ach, kommt einfach morgen wieder zum bezahlen, dann sollte wieder strom da sein." ... zahlste heute nicht, zahlste eben morgen, was solls ... an die einstellung muss man sich als europäer, genauer gesagt als deutscher glaub ich erst mal gewöhnen.

nach dem unwetter-debakel in Amed gings wie bereits gesagt in das kleine fischerdörfchen Padang Bai und das ist so ein ort wo ich das auch sofort machen würde, also untertauchen (für die, die die überschrift schon wieder vergessen haben). eigentlich war unser aufenthalt hier nur als zwischenstop-rastplatz auf dem weg nach Nusa Lembongan und verschnaufpause von den letzten stürmischen tagen angedacht ... daraus sind dann doch letztendlich fast drei tage geworden. dieser ort ist einfach wunderbar und chrissi und ich sind uns einig, dass er sowas wie das highlight der tour bisher ist. die strände, wie man sie hier in kleinen versteckten buchten findet hätte man dem haupthafen der ostküste mit der einzig beständigen fährverbindung zur nachbar-insel lombok garnicht zugetraut, aber dazu später mehr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen