Montag, 12. März 2012

alle wege führn nach ...

... rom, aber nicht unbedingt zurück nach ubud


... oder so


heute stand wandern, neudeutsch hiking auf dem tagesplan ... wir wahnsinnigen, kommt man sich doch schon nach dem weg zum mini-markt und zurück vor wie ein wasserbüffel weil man in einem teich aus schweiß steht. aber wir sind ja nicht zum spass hier.
also gut ... eine der beiden vorgeschlagenen routen aus dem lonely planet raus gesucht ordentlich kühlflüssigkeit zum nachfüllen eingepackt und ab die post ... start der tour laut karte war am palast in ubud an dem ich dann auch gleich ohne ihn wahrzunehmen vorbei gelatsch bin ... kein thema,kommen wir am rückweg eh nochmal vorbei, schaun wir und eben dann an .... denkste

der weg führt auch über die ein oder andere brücke ... sieht doch ganz idyllisch aus

das ist dann die nähere betrachtung

und runter gehts dahin

ein wenig sind wir dann durch die straßen von ubud geirrt, haben versucht einheimischen klar zu machen dass wir von ihnen gerne wüssten wo wir denn auf dieser karte jetzt sind, festgestellt dass die wegbeschreibung im lonely planet für unsere bedürfnisse nicht viel taugt und haben unterwegs die ein oder andere künstlerbude bewundert. an einer straßenbiegung kam dann ein kleiner balinese auf uns zugewatschelt grüßte auf gewohnt balinesisch-freundliche artfragte auch sofort wie alle anderen wo wir wohnen, wie lang wir schon auf bali und speziell in ubud sind, wie lang wir noch bleiben und was wir gerade tun ... ob wir denn wandern würden ... genau den finger in die wundegesteckt und wie sich erausstellte geschickt platziert ... auf alle fragen brav und wahrheitsgemäß geantwortet ... auf bali lügt man ja nicht, das gibt schlechtes karma und zu guter letzt preis gegeben, dass wir versuchen der eingezeichneten route in diesem blauen buch zu folgen ... aaaah ja ... das kennt er, viele leute sind damit unterwegs ... aber route "nich so schön, kennt besser, more quiet and real bali ... want to see?"
hört sich im grunde ja schon mal nicht schlecht an und so folgen wir dem kleinen mann im weißen polohemd und der gürteltasche, der sich dann als Nyoman (also kind nummer 3) vorstellte, einen kleinen pfad zwischen den häusern hindurch und waren zwar ein wenig skeptisch doch guter dinge. vorbei gings dann an versteckten künstlerhäusern und ferien bungalows, die nich nicht wirklich nach "real bali" aussahen mittlerweile wohl aber genauso zum alltag auf süd- und zentralbali zu zählen sind wie bei uns die obligatorische dönerbude an jeder zweiten straßenecke.

itzy bitzy spider ... das vieh war ungelogen so groß wie mine handfläche

welcome to the jungle

ein bischen bergab und bergauf durch den wald vorbei an handteller großen radnetz-spinnen und dann noch ein wenig mehr bergauf und schwupps standen wir auf reisfeldern. "nice view ... and quiet" ... recht hatte er schon irgendwie, auch wenn ich an ausblicken bislang son schöneres gesehn hatte ... ok weiter gings durch die reisfelder und zwar trockenen fußes auf den schmalen dämmen ... für mich zumindest die ersten 50 meter ... da meine latschen offensichtlich zu groß waren für die von kleinen reisbauer-füßen getretenen tritte, verschwand mein rechter fuß beim nächsten wechsel in eine höher gelegene terasse mit einem *sssswitfschglump* bis zum knöchel im reisfeld-schmodder .... oooch neeeeeee ... und da ein fuss braun einfach bescheuert aussieht eben bei der befreiungsaktion mit dem anderen fuß noch hinterher ... na super und das quasi noch am anfang des trips

yummie ...nette schlammpackung

...mit den schuhen ließ sich trotz nasser füße dann doch noch erstaunlich gut laufen und wenigstens ist die kamera trocken geblieben bis auf ein paar spritzer reisfeldwasser ... von jetzt an war ich natürlich noch ein wenig vorsichtiger. nach welchem schema unser guter nyoman dann durch die reisfelder gelaufen ist und wie er sich orientiert hat ist mir nach wie vor ein rätsel. fest steht nur dass es mittlerweile nachmittag, schöner klarer himmel und somit sack-heiß war und folgedessen mir die soße wieder aus allen pooren nur so davon lief. die landschaft wurde von reisfeld zu reisfeld wirklich immer rustikaler und schöner und immer öfter blieb der gute nyoman mit den worten "nice view, very quiet" stehn und er hatte auch zunehmen recht damit

grün grün grün ... reis reis reis

hier würd mutti auch ins schwärmen kommen

... leider war mir das irgenwie aber auch zunehmend egal, denn mittlerweile war ich klitschnass, mir war heiss und ich versuchte krampfhaft beim wanken über die reisfeld dämme (die definitiv nicht für europäer meiner statur gemacht sind) das gleichgewicht zu halten ... schön brav den blick auf die füße und einen schritt vor den anderen ...

walk the line

nur nicht ruckartig den kopf drehen und zur seite schaun, das ist nicht gut fürs gleichgewicht ... ich hörte auch irgendwann einfach auf fotos zu machen ... und leute die mich kennen wissen wie ernst die situation dann ist ... ich hatte in dem moment keine lust mehr auf reisfelder, mir war das "very quiet" egal und ich wollte nur noch raus aus der sonne. lange hat es dann glücklicherweise nicht mehr gedauert bis wir den rand des dschungels erreicht hatten

will nimmiiiii ...

... ein paar minuten mehr und ich hätte mich wohl trotzig mitten in eins der reisfelder gesetzt und gewartet bis mich der bauer nach der nächsten ernte einfach mit unterpflügt ...

da gehts runter ... wo?

... da!

alleine nach hause hätten wir glaube ich ab diesem zeitpunkt eh schon lange nicht mehr gefunden. in den dschungel gings dann über einen abstieg den ich mich glücklich schätzen kann in dem zustand unbeschadet überstanden zu haben ... oder so ...unten im tal war zwar keine sonne dafür aber noch mehr luftfeuchtigkeit und kaum ein bischen kühler ... egal erst mal den rucksack vom tropfnassen rücken nehmen und einen guten liter kühlerflüssigkeit nachfüllen ... und verschnaufen, denn die treppenstufen die wir wieder hoch mussten lagen schon drohend vor unseren augen. noch einen schluck und auf gehts. am ende der stufenund des atems angekommen wieder auf einer kleinen brücke verschnaufpause eingelegt auf der chrissi dann bekanntschaft mit einer mutierten riesen-godzilla-biene machen durfte wärend ich abermals versuchte versteckte reserven zu mobilisieren (erstaunlich wie viel man davon hat wenns sein muss) ... "nur noch" über eine kleine straße und schon wieder berg ab eine ganze zeit lang bis wir auf grund der lachenden stimmen aus dichtem grün zumindest erahnen konnten wie weit es noch bis zum raft-ausstieg war ... und kurz dachte ich schon "oh weh und den ganzen weg wieder zurück nach oben" ... unten angekommen nix wie die schuhe aus und rein mit den füßen ins kühle nass ... echt ein schickes fleckchen erde hier unten und auch endlich mal ein tal mit sich bewegendem wasser in dem die luft nicht schon seit jahrhunderten steht. nach ein paar minuten war ich dann wieder auf "normal" temperatur herunter gekühlt und unser guide meinte " no more up and down ... just along the river" ... hört sich doch fantastisch an und ein paar vorbei paddelnde gummiboote später waren wir dann auch schon auf dem weg richtung hängebrücke die es dan als letztes hindernis zu überqueren galt.
wie idyllisch ... auch wenn mir da grad der sinn zu ein wenig abging

haha ... denkste ... wie schon vermutet "wenn man wo runter läuft muss man auch irgendwo wieder rauf laufen" standen wir am anderen ufer wieder vor treppen ... ein bischen sauer war ich auf underen nyoman münchhausen zu dem zeitpunkt dann schon aber ändern tut das an der situation ja nix, also die treppen hoch ... und als ich dann gesehn hab dass kleine schmächtige balinesen-frauen ein zusammengefaltetes power-raft ganz alleine auf dem kopf die stufen hoch balancieren wollte ich mich auch nicht so anstellen.

we so ein ding schon mal zusammen mit anderen leuten zum ufer geschleift hat weiss wie elend schwer das ding ist ... absoluten respekt

ein bisschen ging die odyssee noch weiter ehe wir im wohltuenden "taxi" zurück zum hotel saßen ... dort angekommen standen natürlich verhandlungen über die entsprechende entlohnung für den ganzen aufwand an den unser guide inklusive taxi(-kollegen) hatte ... ein wenig bekamen wir ihn noch herunter gehandelt für mehr fehlte uns beiden dann aber die lust und die kraft ... das hinterließ zwar einen kleinen bitteren beigeschmack, dafür hinterließ ich im "taxi" aber auch einen kleinen see aus schweiß und sand ... ätsch ...

so schrecklich sich das jetzt vielleicht auch angehört haben mag ... ich bin froh diese tour gemacht und das alles erlebt zu haben und alleine hätten wir "nice view, very calm" wohl nicht gefunden oder hätten uns dabei wohl hoffnungslos verlaufen.
allerdings haben wir dabei auch wieder drei wichtige lektionen gelernt

Lektion 1: Wenn jemand auf dich zu kommt und dir einen vermeindlich vieeeel vieeeel besseren weg zeigen möchte als den, den du eigentlich gehen willst, dann mag das zwar richtig sein aber in den seltensten fällen tut er das umsonst. Erst recht nicht hier auf bali wenn derjenige eine gürteltasche oder einen anderen beutel trägt.

Lektion 2: sollte man auf das angebot eines solchen beuteltiers eingehen, was mitunter nicht unbedingt eine schlechte idee ist, sollte man VORHER fragen was einen das kostet und wie weit es ist.

Lektion 3: bist du das erste mal auf bali, gib auf die frage eines einheimischen auf der straße "first time to bali?" NIE ... aber auch NIE eine ehrliche antwort ... das bischen schlechte karma kann man durch das geld das man dann spart mehrfach durch opfergaben wieder gut machen.

im zimmer dann erst mal ab unter die dusche und dann aufs bett gefallen ... erna hatten wir ja wegen der tour schon bescheid gesagt also blog schreiben ... überm blog schreiben eingeschlafen und erst gut 2 stunden später wieder aufgewacht ... was ein hunger ... also ab in die stadt noch schnell nen bankomat suchen und mit bargeld versorgen weil unsere nächsten ziele, die ostküste und lombok mit geldautomaten nicht wirklich reich gesegnet sein sollen ... hier muss man durchaus schon mal 20 km fahren bis man einen findet und dann braucht es morgens viele opferschälchen dass der dann nicht grade kaputt oder leer ist. noch schnell was essen, ein wenig nach souveniert fahnden und dann ab tasche packen und ins bett ... 7:30 klingelt der wecker

doch zuvor noch an meinen schwager noch alles gute zum geburtstag!!

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