... tach nummer zwei!
... oder so.
wie wir kurzerhand entschlossen hatten wollten wir noch einen tag hier dran hängen. zwar hatte es die nacht auch fies geregnet doch morgens sah es wieder ganz OK aus und so musste der Onkel einer Hotelangestellten der zufällig im transportgeschäft tätig war und uns wie sie versprach direkt von padang bai nach Nusa lembongan (unser nächstes ziel auf dem plan) bringen konnte noch etwas warten ... das ding war nämlich, dass ein offizielles boot von padang bai nur nach Nusa Penida fährt ... was auch voll sinn macht, da die große schwester-insel von klein lembongan zwar ungefähr 25 mal so groß ist, jedoch nur 1/18 der bevölkerungsdichte und null infrastruktur gegenüber dem kleinen bruder aufweist. un sonst nach lembongan zu kommen hätten wir einen umständlicheren weg über penida oder sanur wählen müssen, der preislich wohl aufs gleiche raus gekommen wär aber wesentlich mehr zeit in anspruch genommen hätte.
gut, war ja wie gesagt erst mal aufgeschoben und so haben wir dann nach dem frühstück nur unseren kleinen rucksack gepackt und sind los getigert ... white sand beach der gleich nebenan liegt soll ganz schön sein meinte der reiseführer und da wir keine gegenargumente oder besseren ideen hatten sind wir dann auch da hin nach angabe der mittlerweile heiligen bücher ... beziehungsweise in die richtung ... so unsere hoffnung
erste zweifel kamen nach 20 minuten anstiegsbezwingung durch dichtes grün, vorbei an bananenplantagen ... gefolgt von stirn runzeln aufgrund diverser weggabelungen ohne jeglichen ersichtlichen hinweis ... wir entschieden uns jeweils für den weg der eher in die richtung ging in der wir das meer vermuteten und nach einigen metern durch "meinste hier gehts wirklich lang?" gehölz standen wir dann vor einer "schiffs-werft" die für mich irgendwie ein wenig das flair von kolumbianischem drogenschmugglerversteck hatte ... fragt mich nicht warum, ich hab auch noch kein solches gesehn aber das kam mir als erstes durch den sinn ... wir müssen noch überraschter geguckt haben als die jungs die da auf dem kutter rum geturnt sind und eifrig bug und reling aus glasfasermatten gebastelt haben. die ersten zaghaften anfragen ob es dort lang zum strand geht wurden mit verständnislosen gesichtern quittiert aber irgenwer der dann aus einem der schuppen kam verstand dann wohl doch ein paar brocken englisch (wahrscheinlich der transport-fachangestellte des unternehmens) und uns wurde verständlich gemacht dass wir einfach nur quer übers "fabrikgelände" zu latschen bräuchten um das gewünschte nass zu erreichen ... macht ja auch sinn ... wer baut schon eine werft mitten in den urwald ohne wenigstens ein bischen wasser in der nähe. juhuuu geschafft ... nur noch zwischen den ganzen schiffsteilen und lösungsmittel-töpfen hindurchwaten und schon waren wir am meer und am wwwww..... ne ... weiss sieht der strand hier nicht wirklich aus.

an barfuß laufen war auf dem glühend heissen zeug fast nicht zu denken
ok anscheinend waren wir ein paar tonwertstufen zu weit gelaufen und bereits am black sand beach angelangt ... ein schneller blick ins heilige buch jedoch verriet der white sand beach sei, wenn auch etwas unwegsam über die felsküste gut vom black sand beach aus zu erreichen ... also den BSB auf der sightseeing auch abgehakt und nun offroad richtung WSB.
beeindruckend welche formationen vulkanausbrüche an so einen küstenstreifen zaubern und überall hüpft, schwimmt krabbelt oder fliegt etwas davon ... so ein mist, warum hab ich das tele im hotel gelassen ... die ganzen lustigen fische, die hier über die felsen hoppeln (ja richtig gelesen) und die vielen vielen krabben die sich flux in irgendwelchen spalten verkriechen oder sich wagemutig in die gischt stürzen sind allesamt verschwunden ehe man noch überhaupt auf 3 meter ran kommt

wenn man hier unbedarft über löcher im boden läuft, gibts ganz fix mal ne ungewollte dusche von unten
natürlich wären wir nicht wir wenn wir ganz unversehrt über die ganzen spitzen felsen gewandelt wären aber gottseidank ist die kamera heil geblieben (ein paar euro mehr für robustes material sind immer gut investiert) und ich hab mir nichts gebrochen. und irgendwann kamen wir dann auch an einen punkt an der küste an dem es zweifelhaft wurde ob das mit dem über die klippen wandern noch so 100% stimmt ... die gesten eines krabbenfängers der uns über den weg lief deuteten wir zwar als ob es möglich sein sollte aber ohne kleinen umweg über eine verlassene baustelle und einen trampelpfad durch den wald wäre die strecke sicherlich nicht zurückzulegen gewesen ... es sei denn mit einer kurzen schwimm-einlage ... das wäre aber dem kram im rucksack nicht gut bekommen. also gings dann noch mal ein stück zurück und treppen das ufer nach oben worauf wir mitten auf besagter baustelle raus kamen

echt ein riesen ding an die küste geklotzt und dann einfach so da stehen lassen ... einige zimmer sind sogar schon fast fertig mit fliesen im bad, parket im wohnbereich, dusche, waschbecken, fenstern und türen ...

... das ding wurde wohl wie so vieles einfach auf gekauftem land ohne genehmigung, dafür mit ordentlich schmiergeld, angefangen zu bauen und entweder hat dann ein beamter den hals nicht voll genug bekommen oder eine andere abteilung wind davon bekommen und gemeint ... neeeee so gehts nicht
von der baustelle aus haben uns dann zwei freundliche balinesen in den wald geschickt ... zum strand ginge es da lang ... der finger zeigt richtung grünes dickicht, na vielen dank auch ... promt an der ersten trampelpfad-kreuzung falsch abgebogen was von den balinesen mit einem "this way! this way!"quittiert wurde ... aaaah ja ... so langsam kann ich dann auch so etwas wie einen weg erkennen

und schon wieder auf trampelpfaden durch den wald
nach kurzem hört man dann schon neben dem meeresrauschen, das einen die ganze zeit begleitet auch noch kinder lachen und bob marley musik ... es scheint also wirklich wieder in richtung etwas zu gehen was an zivilisation erinnert und wir sind frohen mutes ... ein paar schritte später weicht das grün einem ausblick der all die strapazen vergessen läßt.

echt die perfekte mischung ... hier waren leute, aber nicht zu viele ... es gab essen und trinken, aber es war nicht dreckig und verbaut ... man konnte schwimmen und schnorcheln ... es wurde kein müll angespült und es gab keine lästigen strandverkäufer ... mal von dem lustigen opa abgesehn der sich immer wieder zu uns setzte, uns gespräch hielt und uns dann ganz nebenbei eine massage andrehen wollte ... hier lässt es sich aushalten

nein das legt nicht hier an ... immer wieder lustig anzusehn und komischerweise garnicht störend waren die seelenverkäufer die zwischen lombok und bali hin und her pendeln ... die hafeneinfahrt von padangbai lag nämlich direkt ums eck

lecker kaltes bintang in der sonne am strand und alle viere grade sein lassen ... das ist urlaub

...
hier ließ sich dann auch noch mindestens genau so gut, wenn nicht sogar besser schnorcheln als in der blauen lagune ... fische waren eigentlich so ziemlich die gleichen hier bis auf die beiden pärchen Blauklingen-Nasendoktorfische ... den doch immerhin 70 cm großen ungetüme war wohl in der etwas beengten blauen lagune die wohnung zu klein geschnitten.
so friedlich im sand sitzend ein bier trinken und den wellen zu schauen kam dann die frage auf "wolln wa nicht noch nen tag dran hängen?" ... was zu dem zeitpunkt dann auch schon stillschweigend einvernehmlich beschlossene sache war ...
der eigentliche weg vom und zum strand war (wenn auch reichlich berg auf und dann wieder berg ab) wenn man denn mal wußte wo's lang ging super easy aber halt eben nichts um unseren anfänglichen abenteuerdurst zu stillen ... *räusper*
auf dem rückweg die ufer-promenade entlang kamen wir dann an einem laden vorbei wo ich kurz stocken und im gedächtnis kramen musste eh mir wieder einfiel woher mir das logo bekannt vor kam ... blue bubble hieß das ding und war eine tauchbasis ... über die war ich im vorfeld schon beim googeln gestolpert und der gute thommy hatte mir den link auch in einer mail geschickt mit dem vermerk "die scheinen net schlecht zu sein" ... also einfach mal die muntere truppe angequatscht und Christian, der chef des ladens lag mir auch sofort zu füßen ;-)
von beginn an wohl gefühlt und für den folgetag dann auch gleich den tauchgang fix gemacht ... juhuu
was es zu sehen (und ja es gibt bilder) und zu erleben gab, ob die blubbeln vor padang bai wirklich blue sind und warum japaner sich wie sardinen verhalten um fische zu sehn erfahrt ihr beim nächsten mal ... jetzt muss ich erst mal rucksack rückreise fertig machen und alles sicher verpacken






Jajajaaaaaa, mehr bloggen!!! :-D
AntwortenLöschenHoffe, die Schrammen sind nicht zu tief und ihr habt noch schöne Tage.
*hust* bestes Steak on Earth in Nusa Dua *hust*